TOURDIARY |
EUROPE VERSUS ARCHETYPE TOUR 2007 (04.08. - 24.08.)
|
WATCH THE VIDEO TOURDIARY:
|
08/04/2007, DÜREN, KOMM
Day01: No Sleep Till Münster
Endlich war es so weit, der langherbeigesehnte Tag des Tourstarts war gekommen.
Adrian hatte sich in den frühsten Morgenstunden schon auf den Weg nach Wolfsburg
gemacht, um den Tourbulli abzuholen, den uns die Volkswagen Soundfoundation ein
weiteres Mal zur Verfügung stellen wollte. Die neue Generation der Tourbullis wartete
wie beim letzten Mal wieder mit super Ausstattung in Form von Klimaanlage, CD-Player,
Navi, Seitenfensterrollos und allerlei angenehmen Schnickschnack auf. Adrian hatte
von da an den langwierigen Auftrag die einzelnen Bandmember an verschiedenen Loca-
tions einzusammeln um DIE zu vereinigen. Erste Station die Stauverzögert erreicht
wurde war Hannover, wo Sören zustieg. Zweite Haltestelle war bei Niko in Minden und
zu dritt arbeiteten sie sich weiter nach Lage vor, wo die Band mit Robin komplettiert
wurde. Der Proberaum wurde relativ zügig zur Tetrismelodie in den Tourbulli verladen
und alles war fertig um unseren Abenteuerurlaub in Form von der "Europe Versus
Archetype" Tour zu starten. Hochmotiviert und gut gelaunt reisten wir also los und
genossen das geniale Platzangebot des Soundfoundationbullis.
Erste Station sollte das KOMM in Düren sein - ein uns wohlbekannter Laden, den wir
zu dem Zeitpunkt zum vierten Mal musikalisch bearbeiten durften. Als wir in Düren
eintrafen schien irgendwas Großes los zu sein, weil die Strassen randvoll mit Menschen
waren und ein Streifenwagen den nächsten jagte. Wir erfuhren, dass eines der 10 größten
Volksfeste Deutschlands in Düren stieg und dementsprechend kompliziert gestaltete
sich die Parkplatzsuche. Trotz dieser dicken Konkurrenzveranstaltung war das KOMM
gut besucht und eine Menschentraube drängte sich vor dem Club. Das Wiedersehen
mit dem SUMOteam war wie gewohnt herzlich und nett und ein Schlafplatz wurde binnen
Minuten organisiert. Leider verpassten wir aufgrund der Parkplatzsuche die junge Eröff-
nungsband. Dann stärkten wir uns erstmal am leckeren Buffet und schwelgten mit altbe-
kannten SUMOteamern in schönen Erinnerungen an die letzten Jahre. Dann riskierten
wir einen Blick auf DISABUSED, die zweite Band des Abends, die dem Publikum ein
ordentliches Metalcorebrett zurechtschnitzten. Die Raumtemperatur erreichte nach
sehr kurzer Zeit schon eine unangenehme Marke und stieg kontinuierlich weiter.
SECLUDED heizten die Räumlichkeiten weiter mit sauberem Powermetalcore auf und
es war einigen von uns Hitzebedingt unmöglich länger als 10 Minuten vor der Stage
auszuhalten. Nun gab es allerdings kein Entkommen mehr für uns und wir mussten
selber im Backofen spielen. Zum Glück waren noch genug Leute da, die Bock hatten
und wir holten trotz gefühlter 80°C alles aus uns raus. Adrian punktete mit waghalsigen
Boxenturmsprüngen, Sören mit ungewohnt harter Rockshow, Niko mit Trommelfell-
schädigendenden Shouts und Robin mit einer Vielzahl brechender Sticks. Klitschnass
bis auf die Haut beendeten wir das Konzert und brauchten Minuten um uns wieder
halbwegs zu aklimatisieren.
Die Aftershowparty wurde nicht auf das Volksfest sondern zu Alex, einem SUMOteamer
verlegt, bei dem wir auch schlafen durften. Er und sein großer Bruder Olli mussten am
nächsten Morgen ins Handball-Bootcamp und wollten daher nicht ganz so spät schlafen
gehen. 3 Kumpels klinkten sich noch ein und so wurde die Nacht locker flockig mit Beer
und Schnaps und allem was sonst noch Spaß macht angefeiert. Die Aftershowsession
hatte sich gewaschen und so blieben nach und nach immer mehr Leute auf der Strecke,
die dort einschliefen, wo sie zuletzt saßen. Der harte Partykern schmolz dann auf 5
Leute zusammen, die einfach nicht genug bekamen, aber so gegen 5 Uhr morgens war
man allgemein so erledigt, dass man dann doch schlafen ging. Man muss allerdings
noch dazu sagen, dass wir um 9 Uhr morgens gehen sollten, weil Olli und Alex ihr
Hardcore-Handballtraining gegen halb 10 antreten sollten. Also mit der Aussicht auf
knappe 4 Stunden Schlaf legten wir uns alle in Alex´ Wohnzimmer ab. Der gut bediente
Olli, der ungefähr 17 allerletzte Zigaretten geraucht hatte, haute sich als Letzter völlig
schmerzfrei auf dem nackten Boden hin und schlief als erster ein. Kein schlechter Move,
aber dann packte er richtig aus: Kurz bevor DIE völlig stramm ins Land der Träume
entkommen konnte fing er an zu Schnarchen. Nicht grade spektakulär mag der interes-
sierte Leser jetzt denken, aber weit gefehlt. Erstmal war es saumäßig laut und er stei-
gerte sich zusätzlich furzend im Minutentakt, was Robin und Sören ungewollt in einen
Lachflash trieb. Kaum hatte man sich nach 20 Minuten beruhigt legte Olli noch eine
Schippe drauf: Schnarch-Doppelkombo! Das heißt er brachte es irgendwie zustande
beim ein- UND ausatmen einen Nervzerfetzenden Schnarchton zu erzeugen, der ein
Einschlafen trotz besoffen-seins unmöglich machte. Wir versuchten alles von körper-
licher Gewaltanwendung über Wurfgeschosse bis zum Ganzkörperdurchschütteln - to-
tal erfolglos. Mit Tränen vor lachen und Verzweiflung in den Augen schlief man dann
doch irgendwann gegen halb 8 ein - dementsprechend hart war der Weckruf des Handys. |
08/05/2007, MÜNSTER, BARACKE
Day02: Rock die Baracke
Wie gesagt, nach gefühlten 10 Minuten -und realen 1,5 Stunden Schlaf mussten wir
auch schon wieder aufstehen, damit unsere Gastgeber zum Handballtraining gehen
konnten. Wirklich glücklich und motiviert sahen beide eigentlich nicht wirklich aus.
Alex peppelte sich tapfer mit Kaffee wieder auf während Olli bis zu unserem Aufbruch
komatös liegen blieb. Es ist nicht überliefert, ob er es wirklich zum Training geschafft
hat oder nicht. Auf jeden Fall setzten wir uns ganz schön verpennt in den Bulli und
Adrian fuhr uns sicher nach Münster, unserer zweiten Station auf Tour.
Die Fahrt verlief ruhig und ohne Action, da natürlich alle sofort schliefen bis auf Adrian.
Logischerweise trafen wir unglaublich früh in Münster ein und hatten noch eine Menge
Zeit totzuschlagen, bis wir uns endlich mit Jeanine, unserer Bookerin und Tourbe-
gleiterin treffen konnten. Also ließen wir uns erst mal am Aasee nieder und chillten
bei schönstem Wetter. Gegen 15 Uhr fuhren wir dann weiter zu Jea, deren Wohnung
auch unser Nachtlager für die nächsten zwei Tage sein sollte. Ein warmherziger
Empfang und kühle Getränke erwarteten uns bei ihr und wir verbrachten die übrige
Zeit bis zum Konzert gemütlich dort. Gegen frühen Abend fuhren wir dann zur be-
rühmt-berüchtigten BARACKE, die wir liebevoll Schabracke tauften. Dort trafen wir
das Oragnisatonsteam mit dem Andi von Fell Asleep und taten das einzig Richtige:
erst mal ein paar Bierchen in der prallen Sonne bei 30°C trinken. Danach fiel uns der
Aufbau der Stage gleich viel leichter. Leicht angesäuselt ließen wir uns zu Luft- und
Leitergitarrensolos vor und auf der Bühne hinreißen und zeigten den Kollegen von
PUNKED ROYAL mal, wie man richtig peinlich zu Harter Musik "tanzen" kann. Die
Stimmung war also schon mal unschlagbar gut und konnte auch nicht von den in
der Baracke vorherrschenden 70°C eingedämmt werden. Trotz des traumhaften
Grillwetters und dem Sonntag-Abend-Antibonus erschienen doch tatsächlich ein
paar Leute und ließen sich zunächst von den Klängen von PUNKED ROYAL ein-
stimmen. Ihr feiner Poppunk mit Elektroeinlagen lockte scheinbar mehr Leute an,
denn als wir die Bühne betraten hatten sich die Zuschauerzahl mehr als verdoppelt.
Unsere Freunde von Daily Reason und Fell Asleep hatten sich eingefunden und er-
wiesen uns die Ehre vor der Stage. Die Kommunikation mit dem Publikum während
der Show war dementsprechend lustig und locker und wir hatten unseren Spaß beim
Gig. Obwohl es wie am Tag davor unfassbar heiß war und man Streckenweise einfach
nichts mehr sehen konnte, weil einem der Schweiß andauernd in die Augen floss,
kamen wir ganz gut durch und beendeten total durchnässt den musikalischen Teil
des Abends. Nach kurzem Durchatmen machten wir dann da mit Bierchen trinken
weiter, wo wir aufgehört hatten und verloren uns in Stundenlangen Gesprächen und
Blödeleien mit den Leuten, die noch da blieben. Als wir endlich irgendwann den Bulli
eingepackt und den Laden gesäubert hatten fuhren wir zurück zu Jeas Butze und
richteten unser Nachtlager her. Sören bekam ein Einzelzimmer, weil wir Angst hatten,
er könnte uns mit seinem Schnarchen eventuell vom Schlafen abhalten. Angeblich
war es allerdings Robin, der unschöne Schlafnebengeräusche in jener Nacht abson-
derte. |
08/06/2007, PADERBORN, KULTURWERKSTATT
Day03: The Quest For Döner
Herrlich erholt und wieder nüchtern erwachten wir schließlich wieder bei Jea. Heute
stand die KULTURWERKSTATT in Paderborn auf unserem Tourplan. Da es nicht weit
bis dahin war hatten wir noch viel Zeit bis wir losfahren mussten. Also ließen wir uns
gemütlich Zeit und Frühstückten in aller Ruhe. Das Wetter war noch hochsommerlicher
als gestern und mit 32°C war es wirklich heiß geworden. Zum Glück war unser Van ja
klimatisiert und somit war die kurze Fahrt nach Paderborn recht angenehm. Nachdem
uns unser Navi uns einmal im Kreis um die Kulturwerkstatt geschickt hatte fanden wir
uns schließlich dort ein und luden das Equipment aus. Da es nur einen Minibratwurst-
grill zur Mannschaftsverpflegung gab entschlossen wir uns vor dem Konzert noch einen
Abstecher in die Innenstadt zu machen, um uns was richtiges zu holen. Der halbwegs
Ortskundige Robin führte die Band an die Schwelle zum Hungertot, indem er vorgab
Dönerbuden in der City zu kennen, aber im Endeffekt musste man fast die gesamte
City durchqueren, bis tatsächlich endlich eine Bude kam. Naja, es kam niemand zu
Schaden und man stärke sich bevor man sich aufteilte. Robin machte noch einen
kleinen Abstecher zu einem Kumpel und der Rest ging zurück zur Kulte bzw. zur Tanke
um Bier zu kaufen, da die Geträkevorräte für Bands ähnlich schlapp wie das Essen
waren. Schwamm drüber. Wieder einmal war bestes Grillwetter und ein Montag Abend
ist natürlich auch nicht grade optimal für extrem hohe Zuschauerzahlen. Zudem waren
die Sommerferien in NRW genau an diesem Tag zuende gegangen und wir hatten schon
lustige Myspacecommtents gelesen wie z.B.: "ich würde so gern kommen, aber ich
darf nicht weil morgen wieder Schule ist". Überraschender weise war trotzdem verhält-
nismäßig viel los und den musikalischen Teil des Sommerabends eröffneten HAVING
TROUBLE BREATHING mit einer gelungenen Mischung aus Emo und Punk mit Key-
board als Special. Danach kamen die jungen Paderborner Newcomer EVEN IF I FALL
und beeindruckten uns mit ihrem grundsoliden Metalcore und schicken drums. Es fol-
gten die Engländer von GO&COMEBACK und machten in Sachen Screamo und vor
allem Show ein Fass auf. Zum Glück blieben genug Leute um unsere Show im Anschluss
zu sehen. Auch wenn das Drumset im Bassdrumtakt kontinuierlich nach vorne wanderte
lief eigentlich alles wie geschmiert und machten unser Ding. Nach dem Gig waren wir
allerdings immer noch relativ fit und beschlossen daher noch auf ein paar Bierchen
mit zu Heiko (dem Kumpel von Row) zu fahren. Dort gaben wir uns dann den Rest und
waren danach in jeder Beziehung voll und bedient. Vor dem Weg zurück zu Jeas Butze
in Münster entledigte man sich teilweise noch kurz von überflüssigem Mageninhalt auf
offener Strasse und dann ging es auch schon los. Zurück in Münster schliefen wir sofort
ein. Wir mussten schließlich körperlich und mental in bester Verfassung sein, um am
nächsten Tag den langen Weg nach England zu bestreiten. |
08/09/2007, MIDDLESBROUGH (uk), THE CROWN
Day06: First Blood in the UK
In den vorherigen Tagen fuhren wir also nach Vorratseinkäufen über Holland, Belgien
und schließlich Frankreich nach England. Der Weg war leider nicht ganz so einfach zu
finden, da unser Navi schon auf den ersten Kilometern des Weges den Geist aufgab.
Wir setzten per Fähre über und hatten Glück, dass uns der Zoll in Ruhe ließ und nicht
den ganzen Bulli ausräumte. Adrian hatte zunächst verständlicherweise Mühe sich mit
dem Linksverkehr zu arrangieren, aber nach einiger Zeit klappte das ganz gut. Wir trafen
nach einer kleinen Nachtfahrt in London ein, um bei Ricardo, einem unglaublich netten
und gastfreundlichem Freund von Jea 2 Nächte zu schlafen. Ricardo wohnte in einer
äußerlich mittelprächtig veralteten Wohnanlage aber seine Wohnung war von innen
echt super cool und sehr stylisch. An unserem ersten Tag im United Kingdom schlen.
derten wir eigentlich nur durch London und machten eine entspannte Stadterkundungs-
tour zu Fuß. Dort trafen wir auf Nick, einem alten Schulkumpel von Sören, der uns etwas
herumführte und uns die englische Kneipenkultur näher brachte, was letztendlich zurück
bei Ricardo in ein handfestes Besäufnis mündete.
Am nächsten Tag ging es dann endlich los um mal wieder Musik zu machen. Wir brachen
leicht verspätet in den Norden Englands auf und erreichten mehr durch Zufall problemlos
THE CROWN in Middelsbrough. Ohne Navianweisung verließen wir die Autobahn und
standen plötzlich vor dem Club. The Crown selbst war ein saufetter Laden: Eine riesige
Mischung aus Kneipe, Disco, Club und Konzertsaal mit 2m hoher Bühne. Einfach richtig
geil. Nachdem wir uns mit unserer Vorband bekannt gemacht hatten gingen wir erst mal
alle eine dicke Pizza essen und tranken uns etwas Mut mit englischem Beer an. Zugege-
ben, wir waren schon etwas aufgeregt. Die erste Band MASSACRE ON BROADWAY knüp-
pelte dann irgendwann los und das Englische Publikum zeigte sich unbeeindruckt. Schein-
bar waren sie solche brutalen Chaos-Metalcorebretter gewohnt zu sein denn kaum jemand
erhob sich aus den gemütlichen Sitzecken. Wir waren etwas verunsichert, aber es gab kein
Zurück mehr. Wir präparierten uns und unsere Instrumente und betraten die unglaublich
hohe Bühne. Wir starteten einfach voll drauf los und gaben unser Bestes. Entweder machte
der cleane Gesang die Briten neugierig oder sie kamen einfach aus Anstand teilweise vor
die Stage. Auf jeden Fall wurde die Show danach in Gesprächen honoriert und nette Kon-
takte geknüpft. Robin wurde im Vorfeld schon von den lokalen Clubbitches angegraben
mit denen wir dann bis in die frühen Morgenstunden in The Crown Party machten und sie
mit DIE Stickern zu lebenden Werbeträgern umdekorierten. Die Stimmung war aufgrund
des guten Einstiegs in die Britische Livemusikszene super und wir feierten direkt im Haus
des Veranstalters Rob weiter. Der hatte sich mit ein paar Kumpels gleich ein ganzes Haus
gemietet und ließ uns bei sich übernachten. Aber erst wurde dort noch ein paar Stunden
weiter Aftershowparty mit allem was die Hausbar und die Wii-Konsole hergab gemacht,
bis man nach und nach aufgab und irgendwo einschlief. |
08/10/2007, SHEFFIELD (uk), UNDER THE BOARDWALK
Day07: Trainspotting für Fortgeschrittene
Morgens erwachten wir verteilt im Haus. Wir hatten gut geschlafen und wollten uns mit
duschen und Frühstück in der Küche wieder auf Vordermann bringen. Da fiel uns erst auf,
dass Küche, Bad und eigentlich das ganze Haus total abstand. Gestern Abend waren wir
halt stramm und hatten unsere Aufmerksamkeit nur auf die Party ausgerichtet, aber nüchtern
und bei Tagslicht sahen wir "schlimme" Dinge: Spritzstuhl an der Klowand, Schimmel in der
Dusche und eine Küche, die offenbar monatelang keine Pflege erfahren hatte. Der Boden
dort war so klebrig, dass man nur langsam voran kam. Ein leichtes Ekelgefühl stellte sich
auch ein, als sich die Hausbewohner teilweise barfuss dort ihr Frühstückchen kochten.
Während Robin unter der Dusche die schmerzhafte Erfahrung machte, dass Duschgel mit
Teebaumölextrakt möglichst nicht zum Waschen des Genitalbereichs verwendet werden
sollte, packte der Rest die Sachen zusammen, so dass man sich von den netten Gastge-
bern zeitig verabschieden konnte. Die zweite Station in England sollte Sheffield sein und wir erreichten die Stadt problemlos.
Doch diesmal hatten wir nicht das Glück wie am Vortag: Wir fuhren Planlos durch die Stadt
und hatten nicht die leiseste Ahnung wie wir zum Club kommen sollten. Selbst das Nach-
fragen bei Passanten bracht uns unserem Ziel nicht wirklich näher, bis jemand an einer
Tanke unser Gespräch mit der ebenfalls ahnungslosen Kassiererin mitbekam und uns
anbot, ihm bis zum Club zu folgen, da sein Weg genau dort vorbeiführte. So erreichten wir
dann also endlich mit leichter Verspätung UNDER THE BOARDWALK. Vor dem Laden stand
tatsächlich einer der Passanten an einer Bushaltestelle, den wir unterwegs am Bahnhof nach
dem Weg gefragt hatten. Dieser hatte sich ahnungslos gegeben, aber war trotzdem dort. Wir
verschonten ihn, obwohl wir doch etwas sauer auf ihn waren. Also luden wir unsere Sachen
aus, denn im Club selber war original noch nix am start, obwohl die Show schon sehr bald
starten sollte. Keine hatte irgendeine Ahnung was wer wann wo woher mitbringen und stellen
sollte, also bauten wir unsere Backline und das Drumset auf. Die Poster an der Wand verrie-
ten uns, dass dort an jedem Wochentag mindestens 4 Bands spielten, also war das Konzert
an diesem Freitag wohl nichts besonderes und wir stellten uns mental auf relativ geringe
Zuschauerzahlen ein. So war es dann auch: wir mussten ungünstiger Weise zuerst spielen
und rockten dann etwas lustlos aber mit vollem Körpereinsatz vor einer Handvoll Freaks
und dem Barmann. Also nicht der Rede wert. Die zweite Band THE SNEAKYPEEKS hatte
das gleiche Pech: Sie waren supergut und boten wirklich sehr, sehr feinen Indierock, der
leider von viel zu wenig Leuten gehört wurde. Immerhin kleckerten mit fortschreitender
Uhrzeit nach und nach noch ein paar Leute in den Laden. Trotzdem waren wir nun wirklich
durstig, da es leider keinerlei Verpflegung in irgendeiner Form für die Bands gab. Also
chillten wir am Van ab und zogen uns ein paar Aftershowbierchen rein. So verstrich einige
Zeit und wir verpassten die dritte Band komplett und kamen erst wieder zum Schluss der
letzten Band, die larifari-Ska machten. Der Typ am Eingang hatte sich zwischenzeitlich
schön mit der Kohle für die Bands verpisst und wir wurden mit einem warmen Händedruck
abgespeist. Verärgert packten wir unsere Sachen, auf denen alle mitgespielt hatten, zeigten
dem Laden kurz den Mittelfinger und warteten auf den Typ, bei dem wir pennen durften. Das
hatten wir spontan im Vorfeld mit dem Clubmanager arrangiert, der uns sagte, dass es im
gleichen Haus eine Dachwohnung gab, wo irgendein Kumpel von ihm wohnte. Also kamen
wir mit dem Kumpel halt hoch in den fünften Stock und der meinte, dass seine Butze jetzt
grad nicht so 100 pro sauber ist, aber wir alles machen und uns ausbreiten können. Klang
fair, war aber sehr bizarr. Er drückte uns den Hausschlüssel in die Hand und war Sekunden
später mit seinem Hund verschwunden und wurde nicht wieder gesehen. Wir betraten also
seine Wohnung und uns blieb echt die Luft weg: Das ist jetzt wirklich schwer zu beschreiben,
wenn man es nicht selbst gesehen hat. Erinnert man sich an die heftige Kloszene aus Train-
spotting, dann war das die passende Wohnung zu dem Filmklo. Heilige Scheiße stand die
Bude ab! Die Küche war ein einziger Müll- und Dreckberg, in dem offenbar hauptsächlich
der Hund gehalten wurde. Eine Schicht aus Fett und ekelhafter Schleimscheiße bedeckte
alles darin. Das Bad war total abgerissen und das das Wachbecken an der Wand hielt war
sonderbar. Das Klo darin sah aus wie in Trainspotting und alles lag voller Krempel und
Müll- wie in der Küche. War schwierig nicht sofort zu kotzen als man sich die Hände
waschen wollte. An pinkeln oder duschen war gar nicht erst zu denken. Der "Schlafraum"
für uns war ein großes Zimmer mit Graffitis an Wänden und Fenstern, in dem ein paar ran-
zige Sofas und Sessel standen. Der Boden war dermaßen dreckig und klebrig, dass man
nicht mal darin stehen wollte. Die Dachterasse war eine große Müllhalde mit Scherben,
Sperrmüll und Unmengen an Krempel. Das war so heftig, dass wir einfach nicht mal eine
Wand berühren wollten - und da sollten wir Schlafen! Aber wir hatten keine Wahl. Im Bulli
draußen war nur Platz für 2 zum Schlafen und wir mussten fast auslosen, wer das Glück
haben durfte in Embryonalstellung dort zu pennen. Dann hatten wir zusätzlich noch rich-
tig doll Hunger, weil es im Club ja nichts gegeben hatte. Also sahen wir uns mit der
härtesten Challenge des Abends konfrontiert: Nudeln Kochen in DER Küche. Zum Glück
hatten wir schon mal eigene Töpfe, Teller und Besteck mit, aber trotzdem musste einer
den Herd bedienen und sich dort aufhalten. Robin opferte sich für die Gruppe. Er benutzte
Taschentücher um die Herdknöpfe zu bedienen, denn direkte Berührung bedeutete wahr-
scheinlich sich was schlimmes einzufangen oder einfach kotzen zu müssen. Trotz lang-
anhaltendem Würgehusten schaffte er es 2 Pötte Nudeln mit Soße zu kochen und wir
konnten endlich was essen. Nun blieb aber noch das Schlafproblem für 3 von uns, die
nicht im Van schlafen konnten. Also zerschnitten wir kurzerhand große Plastikmüll-
säcke, um sie unter unsere Isomatten zu legen, weil der Boden einfach zu widerlich war.
Wir schoben uns noch hastig ein paar Beteubungsbier rein und irgendwie haben wir es
dann geschafft einzuschlafen, nachdem wir den Wecker auf ganz früh morgens gestellt
hatten um nicht unnötig lange in diesem Saustall rumzuliegen. BAAAAH war das
widerlich. Dagegen war das Haus gestern echt ein richtiger Palast gewesen.
|
08/11/2007, DROITWICH (uk), DOVEY
Day08: UK Kneipenfest
Immer noch angewidert wachten wir dann früh morgens auf und machten uns schnell
aus dem Staub. Der Wohnungsbesitzer wurde nicht mehr gesehen, was aber auch ok
für uns war. Wir fassten neuen Mut, den schlimmer konnte es ja eigentlich nicht mehr
kommen. Wir fuhren wieder gen Süden um Droitwich, das nächste Etappenziel zu er-
reichen. Wieder spielten sich gewohnte Szenen ab: Die Stadt war leicht gefunden, zum
Club DOVEY mussten wir uns wieder durchfragen. Dovey war eine Kneipenähnliche
Location mit Veranstaltungsraum. Wir waren überpünktlich und hingen erst mal ge-
mütlich im Van ab bis eine der anderen Bands eintraf. BACKWASH war eine sehr
sympathische Truppe aus der nächsten Stadt mit der wir sofort ins Gespräch kamen
und Freundschaft schlossen. Sie sollten uns noch auf mehreren Gigs durch England
begleiten und versprach uns auch eine Lösung für unser Schlafplatzproblem für diese
Nachte zu finden. Zu Essen und Trinken gab es mal wieder nichts für die Bands und
so machten wir ein kleines Picknick auf dem Parkplatz nachdem wir die Stage ausge-
rüstet hatten. Irgendwann stieß dann noch die dritte Band des Abends zu uns:
DESTINE aus Holland, die ebenfalls grade durch England tourten. Mit einem bedenk-
lichen Überschuss an Robins (die Holländer hatten 2 Robins und einen Rob im Kader)
wurde dann gegen 8 das Konzert abgestartet. Wirklich voll war der Laden nicht und
DESTINE hatten das Vergnügen als erste zu spielen. Sie wärmten die Zuschauer mit
nettem Pop-Punk und lustiger 6 Mann Show vor. Als zweites durften wir auf die Stage
und durch die tägliche Gigpraxis zogen wir unser Programm routiniert durch. Hier und
da wurde Kopfnicken gesichtet und einige vielleicht betrunkene Zuschauer grölten
Probs in manche Songs. Als Headliner standen dann unsere Labelkollegen von BACK-
WASH auf dem Plan. Sie zeigten extrem sauber gespielten und facettenreichen Indie-
Emo-Rock der gut ankam. Nachdem wir in schönem Teamwork alle Bullis aller Bands
wieder eingeräumt hatten verabschiedeten wir die Holländer und folgten den Back-
washern zu dem Haus von Ryan, dem Gitarristen, der uns freundlicher Weise bei sich
übernachten lassen wollte. Einige der Band mussten am nächsten Tag leider früh raus
und so blieben nur noch Bassist Phil und Ryan übrig um mit uns eine kleine Aftershow-
session zu machen. Das war auch nicht schlecht so, da das Haus von Ryan, in dem er
mit seinen Eltern wohnte wirklich winzig klein war. Wir fanden trotzdem alle leicht einge-
engt einen Sitzplatz und fingen an Unmengen an Carlsberg zu trinken und uns näher
kennen zu lernen. Wir stellten fest, dass die beiden Engländer wirklich cool drauf waren
und vor allem unglaublich gastfreundschaftlich. Das ging bis in die frühen Morgenstun-
den und alle waren am Ende ziemlich stramm. Wir durften im Wohnzimmer schlafen und
waren innerhalb von Sekunden nach dem Abpfiff im Reich der Träume. |
08/12/2007, WORCESTER (uk), EVOLUTION NIGHT CLUB
Day09: Meet The Boss
Wir konnten ausschlafen und während Robin und Ryan im nächstgelegenen Supermarkt
das Frühstück einkauften machten sich die anderen mit duschen und dem spielen mit
den niedlichen Hauskatzen frisch. Ryan bereitet uns dann ein original englisches Break-
fast mit allem was dazu gehört: Würstchen, Spiegelei, Bohnen, Speck, Röstis usw. und
wir genossen es im Garten bei bestem Sonnenschein. Es war hochsommerlich und trocken,
obwohl ein Teil von Worcester noch vor wenigen Wochen bei den heftigen Unwettern über-
schwemmt worden war. Wir hatten auf jeden Fall noch jede Menge Zeit um uns mit der
Family zu unterhalten, da die Show an dem Abend in der Stadt sein sollte. Gegen Nach-
mittag stattete unser Labelboss Jack Turner von Lockjaw/Mother Should Know Records
uns höchstpersönlich einen kleinen Besuch bei Ryan ab. Endlich trafen wir den Mann,
der uns quasi ungesehen gesignt hatte und den man bisher nur vom Telefon kannte. Jack
war ein äußerst sympathischer Typ und er kam in Begleitung seiner Frau. Nicht, dass er
an diesem Tag nur seinen Hochzeitstag feierte, nein, er hatte gleichzeitig auch noch Ge-
burtstag der Gute! Wir waren natürlich vorbereitet und überreichten ihm einen netten
"Turner"-Wein und Phil hatte sogar Blumen für das Paar. Trotz der Umstände nahm sich
Jack etwas Zeit mit uns über Label, Tour und alte Geschichten zu plaudern. Er versprach
uns zur Show am Abend zu kommen um seinen Neuzugang endlich live zu sehen. Er ging
dann weiter feiern und wir fuhren in die Innenstadt zum EVOLUTION Night Club. Veran-
stalter war der Phil und wir bauten auf und checkten ausgiebig den Sound. Eigentlich war
das EVILUTION nur ein großer leerer Discoraum mit Außenbereich zum rauchen. Drinnen
niedrige Bühne, viel Schwarzlicht und Videoüberwachung. Es war Sonntag und es herrschte
dementsprechend allgemeine Unklarheit über die zu erwartenden Zuschauerzahlen. Die
erste Band des Abends bildetet eine junge Rockband, die sich musikalisch irgendwo
zwischen "Madina Lake" und einer Schlaftablette bewegte. Vielleicht demotivierte sie
auch die fehlende Aufmerksamkeit, denn obwohl kontinuierlich Leute in den Club strömten
war es erschreckend leer vor der Bühne und alle schienen draußen zu rauchen. Als die
zweite Band die Bühne betrat, war allerdings klar, dass die Leute nur wegen ihnen da zu
sein schienen und alle drängten sich dicht. Die Oldschool Hardcore Band knüppelte los
und der Hyperaktive Schreier lieferte sich harte violent Dancing Duelle mit einigen Jün-
gern dieser Zunft. Als wir endlich startklar auf Stage standen traf auch endlich Geburts-
tagkind Jack mit Frau ein. Alles war bereit und wir zogen das Programm mit einer Extra-
portion Rockshow für den Chef ab. Dadurch ließen sich sogar einige Leute aus dem zäh-
en Publikum mitreißen und brachten etwas Bewegung in die Sache. Phils Kommentar zu
diesem Umstand in England:"it was a miracle". Auch Jack war zufrieden mit uns, aber
er deckte uns mit Tips und Tricks nach dem Konzert ein. Dann tauschten wir noch Stun-
denlang unsere besten Geschichten aus und verabschiedeten uns von ihm. Die Stimm-
ung war allgemein super denn es war für alle Beteiligten ein guter Abend gewesen.
Die Aftershowparty stieg wieder im kleinen Kreis bei Ryan zu hause. Wir schütteten uns
palettenweise Carling- und Carlsberg Beer in uns rein und feierten. Dazu packten die
Engländer ihren Lieblingsfilm aus: Dirty Sanchez The Movie. Nicht alle überstanden
diese seelisch-optische Tortour, die Jackass wie die Teletubbies aussehen ließ. Also
wer sich mal einen richtig harten Streifen geben will und Lust auf was Ekeliges hat,
sollte sich den unbedingt mal anschauen! Naja, belustigt, verstört und vor allem tie-
risch breit schliefen wir dann wieder im Wohnzimmer kreuz und quer ein. |
08/13/2007, WAKEFIELD (uk), THE SNOOTY FOX
Day10: Fear And Loathing In Wakefield
Leicht verkatert erwachten wir wieder und machten Frühstück. Diesmal nur eine Corn-
flakes Variante aber auch lecker. Wir trafen die restlichen Jungs von BACKWASH wieder,
weil wir an diesem Tag wieder eine Show zusammen mit ihnen hatten. So setzten wir Kurs
Richtung Wakefield und erreichten Abends im Formationsflug den Musikclub THE SNOOTY
FOX. Keinerlei Veranstaltungshinweise auf das Konzert an dem Abend ließen nichts Gutes
erahnen. Der Veranstalter und Soundmann vom Club sagte, er hätte keine Werbeposter
bekommen, aber nach seiner Einschätzung käme sowieso niemand. Begeistert nahmen
wir dann auch noch die restlichen Unannehmlichkeiten in Kauf und luden unseren Kram
aus. Die Stage war klein, aber richtig cool. Viele kleine Kameras fingen jeden Winkel der
Bühne und des Geschehens ein. Demnach bestand die Möglichkeit einen schönen Live-
mitschnitt von seiner eigenen Show nach dem Konzert zu kaufen. Ein Zuschauer-Rekru-
tierungstrupp wurde noch schnell in die Innenstadt entsandt um ein totales Debakel ab-
zuwenden. Leider schlug die Mission fehl und es waren nur ein ganz paar Leutchen da.
Besser als keiner aber auch nicht wirklich spannend. So lief dann auch die Show ab. Wir
fingen an und BACKWASH brachten es zu ende. Die wenigen Leute fanden es immerhin
ganz gut und auch der Soundmann war ganz nett. Wir bekamen trotzdem leider keinen
Schlafplatz dort und Ryan´s Haus lag zu weit in der Gegenrichtung zur morgigen Show.
Das Konzert am nächsten Tag sollte in Glasgow sein und der Weg dorthin war noch ewig
lang. Somit schmiedeten wir einen anstrengenden Plan. Wir verabschiedeten uns von
den anderen, die zurück nach Hause fuhren. Sie gaben uns noch ein paar CDs und ande-
re Dinge zum Zeitvertreib mit. Zum Glück hatten wir uns wieder mit Unmengen an Bier
eingedeckt und versuchten einfach so weit wie möglich durch die Nacht zu fahren und
dabei so betrunken wie möglich zu werden. Wir spulten also hunderte Kilometer in Rich-
tung Schottland ab. Als dann Fahrer Adrian fast die Augen zufielen und die anderen we-
gen hoher Blutalkoholkonzentration auch unanspruchsvoller im Bezug auf einen Schlaf-
platz wurden steuerten wir einen Rastplatz an. Der Plan schien gut zu funktionieren, alle
waren entweder total im Eimer oder total stramm. Adrian drehte den Fahrersitz zurück,
Robin legte sich mit den Beinen quer darüber, Sören quetschte sich in den Fußraum vor
der Rückbank, Niko lag stark zusammengefaltet embryonal auf der Rückbank und Jea
auch so halbwegs, allerdings ragten ihre Beine aus dem Seitenfenster. Lustige Szene,
total beengt versuchten wir also zu schlafen, was auch ca. eineinhalb Stunden gut ging.
Doch Sören löste irgendwann ein verheerende Kettenreaktion aus als er sich im Fuß-
raum verwirrt aufrichtete, die sich durch den ganzen Bulli zog, bis alle wieder wach waren.
Es war mittlerweile hell draußen geworden und von da an war es eher ein unbequemes
Ruhen anstatt Schlafen. Das pralle Rastplatzleben kam langsam zurück und mit steigen-
dem Lärmpegel sanken die Chancen auf Erholung weiter.
|
08/14/2007, GLASGOW (uk), BLOC
Day11: Party-Craig
Dementsprechend stiegen wir dann verspannt, verkrüppelt, verkatert, unerholt und tot
müde irgendwann aus dem Bulli und frühstückten am Rasthof. Leider war die Rasthof-
dusche kaputt und so blieb uns nur ein kleines Burger Frühstück um uns wieder halb-
wegs aufzubauen. Die Landschaft sah schon typisch schottisch aus, mit Grashügeln
und Schafen und entschädigte ein wenig für die letzte Nacht. Wir hatten auf unserer
nächtlichen Tour schon viele Kilometer gutgemacht, deshalb erreichten wir Glasgow
ziemlich zeitig. Wir kämpften uns in gewohnter Blindflugtaktik durch den Großstadt-
dschungel und hatten Mühe, den schottischen Akzent beim Weg nachfragen zu verste-
hen. Sie rollen das "R" und nuscheln dabei. Klingt komisch, ist aber so. Wir fanden das
BLOC in Zentrumsnähe und es schien zunächst eher ein Restaurantclub zu sein. Auf
jeden Fall war nichts von einer Bühne zu sehen und der Veranstalter war auch noch
nicht so früh vor Ort wie wir. Wir nutzen die Zeit, um die kulturelle Seite nicht zu kurz
kommen zu lassen und erkundeten die Innenstadt von Glasgow zu Fuß einschließlich
des River Clyde. Wirklich nett dort und an den Anblick von Mittel- bis Schwerstbetrun-
kenen in der Öffentlichkeit hatten wir uns in der letzten Woche England ja schon ge-
wöhnt. Irgendwann tauchte dann auch Craig, Besitzer und Veranstalter im BLOC auf
und lud uns erstmal à la Karte aufs Haus ein, was Gutes zu essen. Dabei zog er ein
Gesicht, als ob er richtig mies gelaunt war, obwohl er ganz freundlich redete. Wir stärk-
ten uns und eine Seite des Restaurantbereiches wurde leer geräumt. Dort bauten wir
dann unseren Kram etwas beengt auf und checkten Sound. Wirklich übermäßig voll
wurde es dann mit der Zeit nicht und die erste Band DANIKA STAR aus der Stadt leg-
te los. Mit einer Mischung aus Rock, Emo und einer Prise Punk machten sie lockere
Stimmung, zogen aber leider nicht mehr Leute von draußen an. Wir rockten uns selber
und Adrian nutze alle sich ergebenen Freiflächen zum Wandern und Zuschauer besu-
chen, die leider alle größtenteils einen Sitzplatz gefunden hatten. So entspannt lief
das dann durch und am Ende des Abends waren wir einfach nur total erledigt. Craig
hatte versäumt sich um Schlafplätze für uns zu kümmern, aber wir bestanden nach
den Erlebnissen der letzten Nacht darauf. So sah sein Gesicht immer schlecht gelaun-
ter aus, aber er willigte ein, bei ihm in der WG zu übernachten. Craig fuhr mit uns nach
Ladenschluss zu seiner Bude und war nicht sehr gesprächig. Der Abend schien nicht
so gut gelaufen zu sein für ihn, aber er versicherte uns, dass er nur kaputt von drei
Tagen Dauerparty sei. Naja, wir waren uns einig, dass er einfach nur ein wenig seltsam
war und nannten ihn ab da Partycraig. Uns war ohnehin alles völlig egal, solange wir
nur endlich wieder duschen und ausgestreckt schlafen konnten. Somit erledigten wir
nur noch die 2 Sachen und schliefen zusammen mit 2 niedlichen Kätzchen im Wohn-
zimmer ein. |
08/17/2007, OBERHAUSEN, DRUCKLUFT
Day14: Back in Good Ol' Germany
Die nächsten Tage brachten keine Shows, nur eine lange Fahrt zurück in den Süden
Englands. Eigentlich sollte unterwegs noch eine Show stattfinden, die aber aufgrund
von Absprachefehlern nicht zustande kam. Dafür gab es Hecking auf Parklätzen, ei-
nen herrlichen Sonnenuntergang in englischer Hügellandschaft und Bier. Nicht so
richtig Zielstrebig steuerten wir dann wieder London an und verbrachten noch knapp
2 Tage wieder bei Ricardo. Dort erholten wir uns kaum, denn die Abende, die meist
mit harmlosen Pokerrunden anfingen, arteten zu unkontrollierbaren Exzessen aus und
viele Flaschen Sambuca blieben auf der Strecke. Niko fand außerdem noch raus, dass
Robin auch ohne Atmung seelenruhig schlafen kann, und lernte dessen Schnarchge-
räusche eindrucksvoll zu beeinflussen. Wir hatten auf jeden Fall wieder eine Menge
Spaß in London und fuhren dann am Morgen des 14. Tourtages wieder mit der Fähre
zurück nach Frankreich. Die Umstellung vom Links- zurück zum Rechtsverkehr war
gar nicht mal so einfach wie man denken sollte, aber wir kamen sicher über Belgien
und Holland zurück nach Deutschland. Gegen Frühen Abend erreichten wir das DRUCK-
LUFT in Oberhausen. Vorher hatten wir uns von Jea am Bahnhof verabschiedet, die
dringend Heimaturlaub von der Tourfront brauchte. Ein uns nicht unbekannter Laden,
aber unbekannter Veranstalter. Wir freuten uns richtig wieder im Heimatland zu sein
und fingen dann an, mal auszuladen und wieder unser ganzes Equipment aufzubauen.
Die restliche Zeit wurde gekickert und für später eingekauft. Das Konzert begann dann
mit den jungen EMMY SHOT A UNICORN, die sich richtig gut und durch die Beimisch-
ung von Technobeats etwas nach Enter Shikari anhörten. THOUGHTS PAINT THE
SKY präsentierten dann individuellen Akustik-Emorock und wir bügelten als letzte
noch mal drüber. Die Zuschauer blieben artig bis zum Schluss und wollten eigentlich
mehr, als der Zeitliche Konzertrahmen zuließ. Die Show ging also zu ende und wir freun-
deten uns mit den Jungs von ESAU an. Diese wollten uns in ihrem Proberaum in einem
nahe gelegenem Bunker aus dem zweiten Weltkrieg schlafen lassen. Die ganze After-
showparty wurde dann dorthin verlegt und man fing an in einem fensterlosen Bunker-
raum hart am Glas zu feiern und zu qualmen. Eine sturzbetrunkene Band aus dem Ne-
benraum stieß noch dazu und es war feucht fröhlich. Leider war die Luft danach nicht
mehr zu gebrauchen und Adrian schlief freiwillig mit Niko im Bulli. Robin und Sören
machten es sich im Bunker bequem und der Rest ging nach Hause.
|
08/18/2007, HÜRTH, ROCK AM TEICH
Day15: All Night Long Till The Break Of Dawn
Nachdem wir uns notdürftig an den krassen Sanitären Bunkeranlagen frisch gemacht
hatten veranstalteten wir eine kleine unfreiwillige Stadtrundfahrt und konnten wieder
zu normalen Preisen Burger und Pommes essen. Nächstes Etappenziel war Hürth in
der Nähe von Köln. Wir hatten keine lange Fahrt und kamen überpünktlich ans Gelände.
Uns erwartete ein schönes Open Air ROCK AM TEICH 2007 mit großer Bühne, was in
einer Art natürlichen Senke im Stadtbereich lag. Die Sicherheitsvorkehrungen und
sonstigen Organisatorischen Maßnahmen die sich uns auf den ersten Blick erschlossen
verrieten bereits, dass hier was im großen Stil geplant war. Der zweite Blick hinter die
Stage machte uns dann wieder richtig glücklich in Deutschland spielen zu können. Ein
ganzes Heer aus Helfern las den Bands jeden Wunsch von den Lippen ab und kümmerte
sich um alles was man brauchte und sich wünschte. Endlos Catering und sich nie leeren-
de Kühltruhen voll Bier und Cola rundeten das perfekte Gesamtbild ab. Wir hatten Noch
massig Zeit, da wir zur Prime Time des Festivals um 23 Uhr spielen sollten. So Rasier-
ten wir uns erstmal noch in übelster Tourmanier am Bulliaußenspiegel auf dem Parkplatz
und sahen zu, wie sich das Festivalgelände langsam mit Leuten füllte. Der Merchstand
reihte sich im Eingangszelt ein und wir trafen einige Leute aus unserem Streetteam zum
ersten Mal persönlich. Man unterhielt sich nett und fand sogar einen freiwilligen Ersatz-
verkäufer für die Zeit, wo wir spielen sollten. Die Stimmung war allgemein ausgelassen
und wir waren rundum zufrieden und voller Vorfreude auf die Show. Die Bands starteten
pünktlich gegen frühen Abend und es war für jeden etwas dabei. Metal, straighter Rock,
Punkrock, Raggae usw. alles nicht von schlechten Eltern. Bis kurz vor unserem Auftritt
füllte sich das Gelände unaufhaltsam mit Hunderten Jugendlichen, so dass sich kurz
darauf 500 bis 600 Leute vor der Stage drängten. Wir konnten sogar DIE-Shirts in den
ersten Reihen erkennen und wurden zusätzlich angespornt. Beim Betreten der Bühne
hatte jeder Musiker plötzlich sein persönliches Helferlein, was sich um alles kümmerte.
Ein Extra Mischer war nur für uns und unseren Sound auf der Bühne da, und ein zweiter
kümmerte sich um die Festivalbeschallung. Wir legten los und strengten uns richtig
an…man konnte uns bei dem Sound sicher bis nach Köln hören, deshalb gaben wir
trotz Schweiß und Bier unser bestes und wurden mit jubelndem Beifall geehrt. Wir hatten
auf jeden Fall Spaß und krochen glücklich und noch zufriedener als vorher von der Bühne.
Danach hingen wir in bester Partylaune alle am Merchstand ab, verkauften eine Menge
CDs und Shirts und nutzen das all-you-can-drink angebot der Kühltruhe, in vollen Zügen
aus. Dazu ließen wir uns von dubiosen Gestalten und Szenen am Geländeeingang unter-
halten. Niko viel zwischendurch mal rücklinks von der Bierbank, strauchelte und rollte
sich dann sensationell und in einer flüssigen Bewegung unter dem Eingangszelt weg.
Nach ein paar Sekunden kam er wieder rein und tat so, als ob nichts gewesen wäre.
Zum richtigen Zeitpunkt, denn wieder waren wir gefordert, eine Menge gratis DIE-Sticker
auf weiblichen Fans anzubringen. Wir hatten eine Menge Spaß mit den vielen Leuten und
gaben uns richtig die Kante. Eines der denkwürdigsten Ereignisse der Bandgeschichte
spielte sich -nur am Rande erwähnt- kurz vor der Abfahrt ab, als Adrian Sören seine
Zigarette in einem Backstageraum vor vielen Leuten aus dem Mund schlug, ihm sein
Bier wegnahm und ihn wie ein Kleinkind rausschleifte. Wie es dazu kam ist nicht so
wichtig. Niko und Robin hatten was zum totlachen, drauf rum hacken und anschließend
zum Gruppenkuscheln. Als das Festival vorbei war, wurde die Aftershowparty in ein nahe
gelegenes Pfadfinderheim verlegt, wo wir auch Übernachten sollten. Doch zunächst traf
nach und nach der gesamte Helferstab des Festivals mit Bierfässern und hartem Alk ein
und es wurde ein dickes Lagerfeuer entzündet. Würstchen wurden auch irgendwann ge-
grillt und obwohl wir schon fast am Limit auf dem Festival waren gaben wir uns tapfer
den Rest. Die Erinnerungen an diese Nacht sind leicht verschwommen, irgendwann war
es hell, man konnte aber trotzdem nix mehr erkennen und gelangte irgendwie gegen 8
Uhr morgens ins Bett. Schöner Tag, schönes Festival, sehr gute Organisation, dickes
Aftershowprogramm, hat einfach alles gut gepasst - daher verdient und einstimmig
gewählt zum "Gig der Tour".
|
08/19/2007, KÖLN, MTC
Day16: Hart am Limit
Leider erwachten wir ziemlich früh wieder und waren mal so richtig dreckig im Arsch.
Adrian vom Schlafentzug und der Rest von den Auswirkungen der brettharten Party-
nacht gepaart mit Schlafentzug. Jemand vom Organisationsteam hatte uns gesagt,
dass die Dusche kaputt sei und nur kaltes Wasser käme. Wir sahen das eher als
Chance uns wieder ins Leben zurück ins zu holen und riskierten es. Unsere Schmerz-
ensschreie in verdächtig hoher Stimmlage ließen erahnen wie kalt es tatsächlich war.
Bei einigen setzte zwischendurch kälteschockbedingt die Atmung aus, aber wach
wurden wir wirklich vorübergehend. Wir verabschiedeten uns von allen Helfern und
fuhren das kleine Stück rüber nach Köln. Dort sollten wir mit unseren guten Freun-
den von LONGING FOR TOMORROW im MTC spielen. Es gab wie immer ein nettes
Wiedersehen auch wenn wir mittlerweile wie Zombies aussahen. Ein überraschendes
Veranstaltungsproblem und die spontane Absage der Supportband DEATH OF A
HERO (rip) drückten die Stimmung kurzweilig etwas runter. Durch die Absage ent-
schieden sich leider eine Menge Leute gegen den Konzertbesuch am Eingang, den-
noch fanden sich einige Leute im Laden ein. So wurde aufgrund der Gegebenheiten
umdisponiert und die großartigen LFT eröffneten den Konzertabend. Mit ihrem einzig-
artigen ScreamEmo begeisterten sie das Publikum und auch Freunde aus Minden
waren äußerst angetan. Wir liefen schon auf Notstrom und mussten nun auf der
Bühne den letzen Tropfen aus unseren Reservetanks holen. Das funktionierte zum
Glück noch halbwegs und überraschend trudelte noch eine freiwillige Ersatzband für
DOAH (rip) ein. Nun kamen die Zuschauer fairer Weise auch noch in den Genuss
einer dritten Band. Diese hatte zwar ihren ersten Auftritt dort zusammen aber brauch-
ten sich nicht mit ihrer Metalcoreeinlage zu verstecken. Wir schafften es trotzdem
wieder, uns irgendwie Bier zuzuführen und hatten doch noch Spaß mit einigen netten
Leuten und Besuchern. Naja, wir waren am Ende einfach nur erledigt und wollten
endlich mal wieder nach hause ins eigene Bett. Bis zur nächsten Show war zum
Glück eine kleine Pause und so fuhren wir die Strecke nach Verabschiedung aller
Bekannten wie in Trance nach Hause.
|
08/22/2007, DESSAU, BEATCLUB
Day19: Mittwochs? Da geht was!
Der Kurze Heimurlaub der letzten Tage hatte uns Zeit zur Regeneration gegeben.
Frisch und Munter machten wir uns auf in den wilden Osten. Dessau war das Tages-
ziel und die Fahrt. Es war ein lustige Reise mit Infight von Niko und Sören auf der
Rückbank. Im BEATCLUB in Dessau war natürlich noch nix los und so machten wir
uns erstmal mit den anderen Bands bekannt. Der Club war super mit Rotem U-boot
Licht aber wir rechneten an einem Mittwoch mit nicht wirklich vielen Zuschauern.
Der Veranstalter beruhigte uns und meinte es wird schon gut. Er sollte Recht behal-
ten und so versammelte sich nach und nach die Dessauer Rockjugend und das Kon-
zert startete mit den Locals VERSUS THE SKY ab. Danach folgten die Saarländer
NOT FOR REAL und spielten schönen Emoock mit einer ordentlichen Portion Punk-
rock. Dann durften wir auf die Bretter und zogen das Set durch. Inzwischen war der
Laden rappelvoll geworden. Nach tagelangem live spielen am Stück stellte sich tat-
sächlich auch nach erheblichem Bierkonsum eine gewisse Souveränität ein. Adrian
hatte mal wieder viel Spaß sich bei manchen Soloeinlagen unter die vorderen Pub-
likumsreihen zu mischen und musste mancher Grabschattacke einiger Zuschauerin-
nen standhalten. Zum Schluss betraten die Lacal Heros ANDROID KILLS UNIVERSE
die Bühne hre eigenwillige Mischung aus Emohardcore mit kleinen elektronischen
Einlagen kam gut an und sie liessen sich von dem heimischen Publikum feiern. Mal
wieder ein nettes Konzert und der restliche Abend im BEATCLUB gestaltete ange-
nehm und feucht fröhlich am Merchstand. Rituelle Stickerbeklebungen und nette Un-
terhaltungen rundeten die Sache ab. Wir fuhren danach mit zu Rico, dem Drummer von
AKU und durften bei in dem schönen Häuschen von ihm und seiner Mum schlafen.
|
08/23/2007, HANNOVER, SOMA MUSIC CLUB
Day20: Koma Music Club
Wir hatten königlich genächtigt und weckten uns gegenseitig mit lustigen Handy-
alarmtönen. Nach ein paar Flakes, Dusche und Kaffee verabschiedeten wir uns von
Rico und setzten unseren Roadtrip nach Hannover fort. Dort sollten wir im altbekann-
ten SOMA MUSIC CLUB spielen. Kurz nach uns trafen auch schon unsere Freunde
von LEFT THE CROWD ein, mit denen wir schon eine Weile nicht mehr gespielt hat-
ten. Wir machten die Bühne zusammen klar und der hauseigene Mischer und der LTC
Mischer zogen den Soundcheck irgendwie bis über das Eintreffen der ersten Zuschau-
er hinaus. Einige Myspacefriends und Freunde aus Hannover ließen uns nicht im Stich,
aber richtig voll wurde es an diesem Donnerstag nicht. Trotzdem legten LTC dann los
als ob es kein Morgen mehr gäbe und rockten die Leute mit ihrem Emocore richtig
durch. Wir legten nach und komplettierten das musikalische Abendprogramm. Die
Zuschauer waren begeistert und es spielten sich ungewohnte und lustige Poster-
Autogrammszenen auf der Bühne beim Abbauen ab. Wir ließen den Abend dann mit
Bierchen und Freunden ausklingen und fuhren wieder zurück nach Minden. Irgendwie
ist an diesem Tag nichts weiter Erwähnenswertes passiert. Das heißt nicht, dass es
langweilig war - es war für einen Donnerstagabend in Hannover wirklich nett. Die letzte
Show der Tour sollte am Freitag im heimatnahen Bückeburg sein. So hatten wir wieder
die Möglichkeit zu Hause bzw. bei Adrian zu schlafen.
|
08/24/2007, BÜCKEBURG, KRONENWERKE
Day21: We're Coming Home
Mit einer Mischung aus Freude, dass wir bisher alles heile überstanden hatten und
Schwermut, dass diese abenteuerliche Zeit schon wieder vorbei sein sollte starteten
wir in den Tag. Wir waren sehr frühzeitig an den KRONENWERKEN in Bückeburg und
hatten genug Zeit um uns mit unseren Freunden von United-Noise über die Tour und
den Abend zu unterhalten. Es war schön alle mal wieder zu sehen und sozusagen fast
zu Hause spielen zu dürfen. Olli von U-N hatte alles wieder prima im Griff und Robin
machte mit Soundscherge Erik (Technik!) die Drums und Bühne soweit klar. Die Kro-
nenwerke hatten von Innen von den Jungs mittlerweile einen richtig coolen Look ver-
passt bekommen und im Gegensatz zu früher hatte man gleich mehr Clubfeeling. Die
anderen Bands trafen nach und nach ein und es gefiel ihnen auch ganz gut. Die erste
experimentale Band THE LARRY FLOYD JAZZ BAND stieß leider nicht auf so viel
Publikumsresonanz, aber das war zu entschuldigen. Draußen war es halt noch Taghell
und absolut hochsommerlich. Das Konzert musste nur etwas zeitiger gestartet werden,
um so viele Bands in der gegebenen Zeit durchzuschleusen. Nachdem RAISE YOUR
HAT ihr Set beendet hatten, entern ANDROID KILLS UNIVERSE aus Dessau die
Stage. Sie präsentierten wieder gewagte Frisuren zu individuellem Rocksound und es
kamen immer mehr neugierige Leute in den Laden. Danach durften wir zum letzten
Streich ausholen und die Heimatnähe machte sich bemerkbar, da es plötzlich richtig
voll wurde und sich einige schon neben die Bühne drängten. Bei den ersten Klängen
tat sich direkt ein Moshpit auf und die Leute ließen ihrem Spaß freien Lauf und machten
richtig mit. Wir legten für alle unsere Freunde und Bekannte noch ein Extrabrikett drauf
und rockten uns einfach den Arsch ab. Es war eine super Party und die Leute bekamen
nach mehreren Zugaben einfach nicht genug. Wir konnten Sie allerdings überzeugen,
dass noch etwas Zeit für die großartigen A TRAITOR LIKE JUDAS übrig beleiben
müsse. Die knüppelten den Laden dann mit einem amtlichen Metalcorehammer end-
gültig kaputt und es blieben nur wenige Überlebende zurück. Insgesamt ein würdiges
Konzert für einen Tourabschluss. Wir tauschten uns noch stundenlang mit Fans und
Freunden aus, bevor wir dann alle zu Nikos Haus fuhren um dort die letzte Aftershow-
party und das Ende der erfolgreichen und abenteuerlichen Tour zu feiern. Und das
taten wir dann auch. Die Bandkollegen von AKU waren zum Übernachten mitgekom-
men und wir kramten jede erdenkliche Sorte Alk aus. Dann lief das Ding circa eine
halbe Stunde ganz entspannt an, bis Vodka und Sambuca ins Spiel kamen. Danach
brach die Hölle los. Ein Partyinferno sondergleichen auf dessen Details man hier
nicht weiter eingehen kann, darf und will. Es war auf jeden Fall eine würdige und
völlig außer Kontrolle geratene Tourabschiedsparty. Die Fotos die wir in den nächs-
ten Tagen davon zu sehen bekamen waren nur schwer begreifbar und man kann nur
hoffen, dass niemand ein Trauma für sein Leben davon getragen hat. Na gut verges-
sen wir das schnell wieder. Alles in allem ein cooler letzter Tourtag mit allem was
dazu gehört. Nun noch einige schockierende Fakten am Rande, die man eigentlich
besser niemandem erzählen sollte: Niko und Sören hatten sich ein lustiges Ekelex-
periment bei Tourbeginn ausgedacht. Trotz aller Proteste versuchten sie so viele
Shows wie möglich jeweils im selben T-Shirt zu spielen. Der scheinbar geruchsun-
empfindliche Sören schaffte es bis auf die letzten 3 Tage immer das gleiche Shirt
zu tragen und Niko, der Dreckspatz, stellte den fragwürdigen Rekord "eine ganze
Tour im selben Shirt spielen" auf. Ekelhaft aber wahr. Nun gut. Davon abgesehen
waren wir ganz zufrieden mit der Tour. Wir hatten dadurch mal wieder super aben-
teuerliche Semesterferien und haben eine Menge Neues gesehen und kennen ge-
lernt. Wir haben alte Freunde und Bekannte wieder getroffen und vor allem eines
mitgenommen: Wir wissen Deutschland im Bezug auf Musik machen (und einkau-
fen gehen) wieder sehr zu schätzen. Vieles was wir hier als Musiker oder Band für
selbstverständlich annehmen ist woanders oft gar nicht gegeben. In diesem Sinne
danken wir noch mal allen herzlich, die uns egal wo aufgenommen, verpflegt und
geholfen haben. Ohne die tolle Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Men-
schen hätte die Tour auch wesentlich härter sein können. Wir sind dankbar, dass
wir (und der Bulli) alles heile und gesund überstanden haben. Ein dicker Dank
geht auch raus an unsere liebe Bookerin Jea, die tapfer den größten Teil der Tour
mitgefahren ist und die ganzen Shows klargemacht hat. Der letzte Dank geht aber
an alle da draußen, die unsere Shows besuchen. Ihr seid der Grund warum wir das
machen und warum es uns Spaß macht. Wir freuen uns darauf euch wieder zu seh-
en. Bis dahin und bleibt sauber! [Robin/D.I.E.]
|
BACK |