TOURDIARY |
GRASP FOR YOUR HEART TOUR 2005 (20.05. - 28.05.)
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05/20/2005, TROISDORF, JKC
Day01: Grasp for your drumset
Unsere Tour startet anders als geplant, aber sie startet. Eigentlich sollten
wir zu unserem lang herbeigesehnten Auftaktgig in Berlin spielen, aber dieser
Event wurde kurzfristig gecancelt. Aber Dank der Gebrüder Meyer von FIRE
IN THE ATTIC wurde schnell ein vielversprechender Ersatzgig am selbigen
Tage in Troisdorf bei Köln für uns klargemacht. Herzlichen Dank an dieser
Stelle! Uns sollte die Ehre zuteil werden, mit den französischen STRAIGHT
AWAY und den israelischen USELESS ID die Bühne zu teilen. Abenteuerlich
war unser eigens entwickelter Zeitplan für die Hinfahrt und ließ viel Platz für
Spannung und Wetten zu. Zunächst traf sich der harte Kern in Minden um sich
erstmal in die entgegengesetzte Richtung nach Bielefeld aufzumachen. Dort
schrieb Niko noch eine Chemieklausur in der Uni. Wir errechneten dass wir es
knapp bis zum vorgegebenen Termin nach Troisdorf schaffen könnten, wenn
die Fahrt ab Bielefeld zügig und ohne Komplikationen ablaufen würde. Die Stau-
schau ließ nichts Gutes hoffen, aber wir hatten großes Glück und kamen pünkt-
lich an. Abgehetzt betraten wir das JKC. Zu unserer Überraschung war dieses
fast komplett leer, was leider auch für die Bühne zutraf. Na gut, umsonst die
Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrsregeln ausser Acht gelas-
sen und den Chill-out Modus eingelegt. Wir beobachteten gespannt das inter-
nationale Roadieaufgebot, was sich bemühte in Rekordzeit die Anlage aufzu-
bauen. Der Form halber fragte Robin noch den Französischen Schlagzeugbe-
sitzer nach den Nutzungsrechten seines Sets. Dieser lehnte kategorisch ab
und wir sahen unseren Gig gefährdet. Nach 30 Minuten Diskussion war das
Problem vom Tisch. So lösten sich die anfänglichen Spannungen auf und der
coole Roadie der Israelies baute unser halbes Equipment unaufgefordert auf
der Bühne auf. Inzwischen hatte sich auch fast die gesamte FIRE IN THE AT-
TIC Mannschaft im JKC eingefunden um uns mental zu unterstützen. Nun kon-
nten wir etwas verspätet anfangen zu rocken und lieferten aufgrund der fort-
geschrittenen Uhrzeit ein verkürztes Set von 20 Minuten ab. Wir hatten un-
seren Spaß und ließen im Anschluss die französichen STRAIGHT AWAY mit
ihrer straighten Punkrockshow auf uns wirken. Nahtlos ging es musikalisch zu
den großartign USELESS ID aus Israel über, deren Stil ebenfalls feinster
Punkrock à la Fatwreck war. Zwischendurch vermissten wir noch eine halbe
Stunde unseren Kassenschlüssel, den Niko aber durch seine übernatürlichen
Kräfte wieder aufspürte. Zum Abschluss des Abends gab's dann noch lecker
chinesisches Essen und wir konnten zufrieden nach Hause fahren. |
05/21/2005, MINDEN, ANNE-FRANK-HAUS
Day02: Eine Kaffeetasse für "Be Water"
Unser 2. Gig der Tour - diesmal mussten wir nicht weit fahren, da wir ein Heim-
spiel im Anne Frank Haus hatten. Dort trafen wir dann auch die Jungs von
YELL OF RAGE und den PARACHUTES wieder. Mit letzteren würden wir auch
den Großteil der Tour bestreiten. Mit beiden hatten wir schon vor vielen Jahren
zusammen gespielt, damals noch als Zeltvermietung. Auf jeden Fall war es eine
große Freude alle wiederzusehen und ein netter Abend begann. Genau wie bei
dem letzten gemeinsamen Gig mit den Fallschirmen war auch diesmal wieder
der großartige Grandprix im TV zu sehen…mit einem ähnlich desaströsen Ergeb-
nis für den deutschen Beitrag wie ein Jahr zuvor. Nachdem wir die fehlenden
Jahre des "getrennt-seins" mit den Bands aufgearbeitet hatten starteten dann
YELL OF RAGE mit einer äußerst gelungenen Mischung aus Emo und Hardcore
durch. Sauber! Es folgten die PARACHUTES mit einem saucoolen HC/Emo/
Sreamo Brett und begeisterten die Eingeborenen- uns natürlich eingeschlossen.
Wir freuten uns danach mehr denn je noch einige weitere Tourdates mit ihnen
wahrnehmen zu können. Als 3. Band des Abends rockten dann die lokalen LEFT.
RIGHT.HERE. mit solider Punkrockshow das Haus. Pech für die vielen Leute,
die sich zu diesem Zeitpunkt nicht drinnen aufhielten. Nun durften wir den Abend
musikalisch beenden und gaben alles, um das nun zahlenmäßig wieder ange-
wachsene Publikum zufriedenzustellen. Dies schien größtenteils zu klappen und
wir wurden mit einigen Sing-alongs und einer hart rockende Menge verwöhnt.
Danke Leute! Als das Publikum dann noch eine Zugabe forderte ereignete sich
das lustigste Missverständnis des Abends: Die krass rockenden ersten Reihen
forderte lautstark "Be Water" mit Sprechchören des Bruce Lee Samples unserer
CD ein, aber wir konnten ihrem Wunsch nicht folge leisten, da uns für diesen
Song ein wichtiges Detail auf der Bühne fehlte. Steffen sagten den Jungs der 1.
Reihe, dass wir das Lied nur spielen könnten, wenn sie uns einen Capotaster
bringen würden.Wenige Minuten später kehrten sie original mit den Worten zu-
rück: "Hier eine Tasse Kaffee, spielt ihr jetzt Be Water!?!?" - super cool, 1 A
Service, guter Einsatz, lecker Heißgetränk, aber leider konnten wir damit ihrem
Wunsch natürlich nicht nachkommen. Darum an die Rocker der 1.Reihe: Beim
nächsten Gig in Minden gibt's den Song nur für euch! Versprochen! Nach dem musikalischen Teil ließen wir den Abend dann zusammen mit den
PARACHUTES feucht-fröhlich in der Musikbox ausklingen und freuten uns
schon auf den Hannover-Gig am folgenden Tage. |
05/22/2005, HANNOVER, BEI CHÉZ HEINZ
Day03: Die Qual der Wahl
Nachdem wir unseren leichten Rausch ausgeschlafen hatten trafen wir uns
wieder an unserer Homebase am Königsberge. Alle hatten zuvor brav gegen
Studiengebühren gewählt. Guter Dinge machten wir uns auf den Weg. Unsere Tourkameraden waren schon vorgefahren und erreichten vor uns das
"Chéz Heinz" in Hannover. Der Gig war uns von Dennis von NEVER PROMISE
zugespielt worden, thanx-a-lot! Dort angekommen blieb genug Zeit für diverse
Soundchecks und entspanntes Rumhängen im gemütlichen Backstageraum.
Wir wurden mit liebevoll hergerichtetem Essen versorgt und hatten eine bunte
Auswahl leckerster Getränke. Der Merchstand wurde diesmal von Julia behü-
tet. Alles schien gut, bis das finstere Ergebnis der Wahl bekannt wurde… die
Stimmung kippte leicht um einige ungünstige Prozentpunkte und wir mussten
kurzfristig neue Termine mit unseren Finanzberatern vereinbaren, um heraus-
zufinden, ob wir weiterhin unseren Berufzielen entgegenstudieren konnten. Im
Endeffekt verdrängten wir den Ausgang um nicht für den Rest des Abends
"schwarz" zu sehen. Den Opener an diesem Abend machten die Lokalmatadore BIG BOY CAPRICE
und hatten mit ihrer fetzigen Punkrockshow sofort die Sympathien auf ihrer
Seite. Mehrstimmiger Gesang mit highspeed Drumaction überzeugten die Zu-
schauer und einige eingefleischte BBC-Fans legten einige unvergessliche
Tanz- und Sprungeinlagen hin… Als zweite durften wir diesmal die PARACHUTES supporten und versuchten
unsere Leistung vom Vortag zu toppen. Der Sound war sehr gut, aber wir
merkten doch leicht wie die beiden vorangegangenen Gigs unsere Gliedmaßen
schwerer machten. Körperlich mitgenommen verließen wir dennoch halbwegs
zufrieden die Bühne und machten Platz für die Tourkollegen. Die PARACHUTES
knallten allen erneut die volle Screamohardcore-Packung um die Ohren und
konnten allgemein schwer begeistern. Ihrem Drummer Markus lag allerdings
noch die zuvor verspeiste self-made Pizza schwer im Magen und bereitete ihm
zunehmenden Kummer. Direkt nach Beendigung ihrer hervorragenden Show
legte sich dieser leicht blass im Backstage ab, um diesen unmittelbar danach
in beeindruckender Geschwindigkeit wieder in Richtung Toilette zu verlassen.
Völlig durchgeschwitzt kam er später zurück in den Backstage und erklärte
kurz, dass er kotzen war, verliess den Raum darauf hin wieder um diesen Vor-
gang gleich noch einmal zu wiederholen. Auch dieses Mal mit atemberauben-
der Beschleunigung, was ihm den Spitznamen "Quick-Mick" einbrachte. Er
erholte sich zum Glück ziemlich schnell wieder und wir konnten zusammen
in Ruhe alles abbauen und nach Hause fahren. Unsere Tourkollegen nächtig-
ten in Hannover um am folgenden Tag wieder zu uns zu stoßen. Fuck Studien-
gebühren! |
05/24/2005, AUGSBURG, PROVINO LIVE CLUB
Day05: Flumi und Algenbrot
Wir versuchten uns gestern an unserem einzigen freien Tourtag so gut wie
möglich zu regenerieren. Abends trafen wir uns dann wieder mit den Fall-
schirmen um den letzten bzw. 3. Star Wars Teil im Kino zu gucken. Dort stieß
auch endlich Thomas, unser Helfer, Retter und Fahrer für die nächsten Tage
zu uns. Heftig geflasht von diversen Lichtschwertkämpfen und fasziniert von
der dunklen Seite der Macht tranken wir noch einige Absacker im Mindener
"Hamburger Hof" und bereiteten uns mental auf die doch etwas längere Auto-
fahrt am nächsten Tag vor. Gewohnt unpünktlich trafen wir uns dann am Diens-
tag Morgen allemann um in einem Convoy bestehend aus dem Parachutesbulli
und Thomas'Golf-Kombi im Schlepptau Richtung Augsburg in Bayern zu fahren.
Abgesehen davon, dass wir geschlagene 2 Stunden vergeblich auf eine Bur-
gerschmiede am Autobahnrand warteten und dem Hungertot gefährlich nahe
kamen, war die Fahrt lang, aber problemlos. Aber auch vor allem lang. Nach insgesamt über 6 Stunden Fahrt erreichten wir gegen 19 Uhr Augsburg,
doch die PARACHUTES hatten scheinbar noch lange nicht genug vom Auto-
fahren und machten eine ausgedehnte Stadtrundfahrt mit uns. Schließlich ent-
schloss man sich dann doch mal Fußgänger nach dem Weg zu fragen und so
erreichten wir unser Ziel, den "Provino Live Club". Klingt fett, war's aber nicht.
Ein von Kratern übersähter Vorplatz verhieß nichts Gutes, eignete sich aber
trotzdem zum Bolzen, obwohl der Ball schon ziemlich oft in den übergroßen
Pfützen liegenblieb. Der Provino Club war eher eine muffige Kneipe und sehr
klein, was auch für das Areal was als Bühne gedacht war galt. Also nicht ge-
rade das, was man sich nach 6 Stunden Fahrt wünscht. Nun brauchten wir
erstmal eine Stärkung und machten uns über das self-made Essen des Pro-
vino Clubs her. Es gab eine Art Brot mit grünem Belag, welcher stark an
Algen erinnerte. Vielleicht waren es wirklich Algen, zumindest schmeckte
es so und wir mussten es mit einem Extraschluck "Flumi", dem lustigen
Augsburger Colamixgetränk herunterspülen. Kurz darauf stellten sich bei
der Mehrheit von uns Magenkrämpfe und schlabbriger Stuhlgang ein. Egal,
keine Klagen, Anlage und übriges Equipment aufgebaut und abgewartet was
der Abend wohl bringen würde. Als offizieller Starttermin für die PARACHU-
TES war 23 Uhr angedacht, was uns in wenig spät vorkam. Dies stellte sich
jedoch als durchaus vertretbar heraus, weil Zuschauer auch bis dahin auf
sich warten ließen. Wir waren froh, dass immerhin 11 zahlende Gäste den
Weg mitten in der Woche dorthin fanden, was aber auch daran lag, dass der
Veranstalter "vergessen" hatte in irgendeiner Form Werbung zu machen.
Dann starteten die Tourkollegen wie gewohnt kraftvoll und mit einer Extra-
portion Emotionen und Power durch. Die 2 ½ Hände voller Zuschauer waren
sichtlich angetan und das zurecht. Kein Bandmitglied ließ sich musikalisch
von der Örtlichkeit runterziehen und der Gig war trotz allem ziemlich cool.
Danach durften wir dann ran und machten das Beste draus. Nach Angaben
von Insidern und Zuschauern auch gute Arbeit. Doch dann genau 35 Se-
kunden vor dem Ende unseres allerletzten Songs passierte der erste mit-
telschwere Abrockunfall der Tour: Niko hatte sich wieder einmal in einen
endzeitmäßigen Rockrausch gespielt und sprang orientierungslos und blind
vor Schweiß rückwärts in den Boxenturm hinter sich. Dieser bestand aus
einer Box und 2 sensiblen und unentbehrlichen Gitarrentopteilen, die beide
zu Boden stürzten. Die übrigen Bandmitglieder beendeten leicht schockiert
das Lied und noch beim Ausklingen des letzten Akkords wurde sich um die
abgestürzten Topteile gekümmert. Auch bei Niko saß der Schreck tief, aber
wir hatten Glück im Unglück: Hinter dem Turm lagen Taschen, die den Sturz
offenbar bremsten und so blieb zum Glück das für die Tour unverzichtbare
Equipment heile.
Insgesamt wurde die Location als doch ganz cooler Undergroundladen titu-
liert und wir wurden zu unserem Nachtlager geleitet. Georg, der Organisator
hatte selbstlos seine ganze Wohnung zur Verfügung gestellt und bemühte
sich noch die partywillige Fraktion der beiden Bands zu einem Club in der
Stadt zu führen. Leider waren diese alle schon geschlossen bzw. waren nicht
offen für Leute mit lockerem Kleidungsstil. So fanden sich also nach einem
kleinen Stadtrundgang um 2 Uhr morgens alle wieder in seiner Butze ein.
Zwischendurch verlor der Will vom "Punkrockersradio", der uns an diesem
Abend begleitete noch um ein Haar seine Männlichkeit, als er einen hüfthohen
Metallpfeiler übersah. Den Rest könnt ihr euch denken…
Dann wurde noch gemeinschaftlich N64 gezockt und Nudeln gekocht bis
sich nach und nach alle zum schlafen ablegten. |
05/25/2005, DÜREN, KOMM
Day06: Pleiten, Pech und Pannen
Ein merkwürdig unheimliches Lachen weckte am frühen Morgen einen Teil
der Mannschaft. Verwirrt und völlig verpennt machten wir schnell Robert,
den Merchmann der PARACHUTES als Urheber aus. Dieser schüttelte
sich in seinem Schlafsack und lachte wie ein wahnsinniger Massenmörder.
Carsten, der neben ihm schlief, bekam es ebenfalls mit der Angst zu tun
und stieß Robert an um den Grund für sein Verhalten am zu frühen Morgen
herauszufinden. Dabei wurde ziemlich schnell klar, dass Robert original
tief und fest schlief und scheinbar einen lustigen Traum über Bohnensuppe
hatte.
Müde rafften wir uns auf und verließen im Convoy die Stadt Richtung Norden.
Unser Ziel war Düren bei Köln und wir schwitzen die nächsten 7 Stunden
nicht schlecht bei knapp 30° C im Auto. Unglücklicher Weise waren die
Autobahnen sehr stark befahren und wir hatten hitzige Begegnungen mit
diversen Staus. Doch unser Profipilot Thomas, der körperlich völlig immun
gegen die Strapazen zu sein schien brachte uns auch an diesem Tage sicher
und wohlbehalten ans Ziel. Vor dem Veranstaltungszentrum "Komm" stan-
den schon einige potentielle Zuschauer die auf Einlass warteten. Draussen
bewunderten wir noch kurz die äußerst gelungenen Werbeplakate, die für den
heutigen Abend gedruckt wurden, bevor wir unser Equipment rein brachten.
Dann gab´s erstmal lecker Pizza von "Joeys" für die Bands und der Start-
schuss für das Festival fiel. Die erste Rockband waren die Dürener DADS
DIARY, die einen ihrer ersten Auftritte hatten und ursprünglich aus der Hip-
Hop-Ecke kamen. Danach waren die Metalcorer TORN APART an der Reihe,
die ebenfalls in dem malerischen Düren sesshaft waren.
Nun sollte es relativ nahtlos zu den Metallern mit dem Namen STAYTUNED
übergehen. Diese ließen sich aber saugemütliche 40 Minuten Zeit zum um-
bauen und lieferten nach der maßlos überzogenen Vorbereitungsphase Me-
tal mit einer ordentlichen Portion Rumgepose ab. Nachdem der Zeitplan nun
ohnehin schon wackelte spielten sie ungeniert ein offensichtlich extralan-
ges Set und gaben ca. 7 bis 28 Zugaben. Nachdem sie unverschämte 1 ½
Stunden die Bühne besetzt hielten und sich somit weitaus mehr Spielzeit
herausnahmen als die beiden ersten Bands zusammen hatten sie erfolg-
reich den Saal halb leer gespielt.
Nun durften wir endlich ran und gaben Vollgas. Die ersten Reihen hielten
tapfer durch und rockten nonstop das Haus. Leider hatten wir zwischen-
durch technische Probleme mit der Verstärkung von Adrians Gitarre und
auch Kabelbrüche und Wackelkontakte wollten uns bremsen. Wir blieben
unbeeindruckt und zogen voll durch. Die Zuschauer versicherten uns da-
nach in persönlichen Einzelgesprächen, dass sie hochzufrieden mit uns
waren.
Als Höhepunkt des bunten musikalischen Abends betraten dann unsere
Freunde der PARACHUTES die Bühne und knallten allen Verbliebenen
noch mal richtig ordentlich was um die Ohren. Doch auch sie hatten mit
der Technik zu kämpfen und so verweigerte zunächst Carstens Amp
seinen Dienst. Als dieser dann ersetzt war klinkte sich Christians Amp
scheinbar aus Solidarität aus. Die Fehlersuche war langwierig und wirkte
sich etwas negativ auf die Stimmung der Band aus. Trotzalledem blieben
sie cool und überspielten die Zwangspausen gekonnt mit Akustiksongs
und lustigen Sprüchen. Die Zuschauer waren trotzdem total hin und weg
und konnten zufrieden nach Hause gehen.
Wir mussten uns dann zum Schlafen von unseren Homies trennen und
kamen bei Alex, dem Bruder einer der vielen Hilfsbereiten Organisatoren,
unter. Dort wurde dann noch gemütlich etwas getrunken und eine Sport-
lerzigarette geraucht, bevor wir uns völlig erledigt ins Reich der Träume
begaben. |
05/26/2005, HERFORD, FLA FLA
Day07: Hell yeah, this is a Hollywood ending
Gegen Mittag des nächsten Tages zogen wir uns noch den Star Wars
Zeichentrick "Clone Wars" zum wach werden rein und brachen nun allein
Richtung Herford auf.
Unsere Tourkollegen zogen separat los und planten eigentlich ihren Amp
irgendwo durchchecken zu lassen. Nahe der Heimat erreichten wir dann
ohne besondere Vorkommnisse das "Fla Fla". Nach und nach trudelten
die andern Bands ein und alle freuten sich in dem großen Veranstaltungs-
raum mit hoher Bühne und extra Schlagzeugpodest zu spielen. Vorher
gab's noch einen unglaublich riesigen Topf Nudeln mit Soße und Salat zu
Essen und Niko stopfte sich so voll, dass er Atemnot bekam. Dann er-
öffneten die Nachwuchsmetalcorer von WHEN ILLUSIONS BURN aus
Bünde das musikalischen Abendprogramm. Bösartige Screams von Krei-
schen bis Grunzen battelten sich mit Metalgitarren und einem brachialen
Schlagzeug, was untenrum ziemlich frisch war und vor allem cool klang.
Danach waren YELL OF RAGE, die uns schon bei dem Gig in Minden be-
ehrt hatten, an der Reihe und schlugen wieder etwas tanzbarere Töne an.
Wie beim Letzten Mal wurde ein feiner Emo/Harcore Mix geboten und
selbst einige Unterbrechungen aufgrund von gerissenen Saiten vielen
nicht weiter negativ auf. Nun kam der letzte Auftritt der PARACHUTES
auf unserer Tour und wir beobachteten ihre Show mit gemischten Gefüh-
len. Einerseits waren wir sehr traurig nun ihre letzte Show auf der GFYH-
Tour zu sehen, andererseits waren wir wieder einmal mehr von ihren mu-
sikalischen Talenten und der Bühnenshow begeistert. Verdient bekamen
sie Respekt und Anerkennung vom gesamten Auditorium und ebneten
den Weg für unseren Auftritt. Wir taten was getan werden musste und
kämpften uns im Wechselbad der Gefühle durch unser Programm. Leider
waren zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr wenige Zuschauer anwesend,
was uns allerdings nicht bremsen konnte. Pünktlich um 12 Uhr gab's
dann noch Geburtstagsglückwünsche an unsere Swetlana von der Bühne
und wir machten den Sack zu.
Als wir fertig waren wurden noch diverse Nummern ausgetauscht und der
Abschied ein wenig hinausgezögert. Schweren Herzens trennten wir uns
dann von den super sympathischen Jungs und ließen sie in der Hoffnung
bald wieder zusammen auf der Bühne zu stehen ziehen. Nur Kelle und
Thomas verbrachten noch eine hocherotische Nacht mit ihnen, aber De-
tails sind nicht überliefert. An dieser Stelle noch einen persönlichen Dank
an die PARACHUTES, die sowohl menschlich als auch musikalisch einfach
großartig sind. Die Zeit zusammen mit euch war wirklich super und wir kön-
nen das nächste Treffen mit euch kaum erwarten. |
05/27/2005, COESFELD, FABRIK
Day08: It was the best of times, it was the worst of times
In den frühen Abendstunden sammelten wir die Band Stückchenweise in
Minden zusammen und fuhren bei Hochsommerlichen 30° C nach Coesfeld
in die uns wohlbekannte "Fabrik". Das von "Cityrat-Records" gut organi-
sierte Konzert stand kurz vor dem Takeoff und die erste Band MISPLACED
hatte bereits angefangen. Leider waren zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich
wenig Leute anwesend, was eventuell am perfekten Grillwetter oder den
zahlreichen Konkurrenzveranstaltungen in der Umgebung lag. Wir werden
den Grund wohl nie erfahren.
Die Bands zogen alle sauber durch, von unseren Freunden TELEVISION
TIMEOUT, die eine gewohnt energiegeladene Punkrock/HC-Show ablieferten,
über die lokalen Punkrock-Helden DAILY REASON rüber zu NO FUSE. Die
BOMBDOLLS aus Schweden ließen keine Wünsche offen und begeisterten
die Zuschauer mit einer geballten Ladung schwedischem Streetpunk. Dann
waren die HUDSON FALCONS aus den USA an der Reihe, die eine musik-
alische Punk´n Roll Bombe zündeten und die nunmehr 100 Zuschauer gna-
denlos mitrissen und den riesigen Raum mit noch riesigerer Bühne richtig
belebten.
Zwischendurch verfielen wir noch in einen äußerst emotionalen 2-Stunden-
Kicker-Rausch und knallten uns die Bälle nonstop in dem präparierten Kik-
kertisch um die Ohren. Wir hatten ja auf diesem Gebiet auch einiges nach-
zuholen.
Zu guter letzt sollten wir den lauen Sommerabend in der Fabrik musikalisch
ausklingen lassen und starteten hochmotiviert unsere bis ins kleinste Detail
durchchoreographierte (schreibt man das so?) Boygroupbühnenshow. Bis zur
Mitte lief alles gut. Die Leute tanzten, schrien, klatschten Adrian nach (ohne
scheiß jetzt) und hatten offensichtlich ihrem Spaß, bis Adrians Gitarrenamp
anfing zu schwächeln. Bis wir das Problem halbwegs aufgespürt hatten verging
allerdings die ein oder andere Minute, aber die Drum'n'Bass Abteilung hatte
ein paar nette Lückenfüller einstudiert und überspielte das Rockloch mit lieb-
lichen Melodien. Wir versuchten die unfreiwillige Pause durch noch mehr
Rockshow zu kompensieren, doch Adrians Gitarre schien sich nicht vollstän-
dig erholt zu haben. Gleichzeitig störte Kelles knisternder Bass den Klangge-
nuss, offensichtlich hatten unsere Instrumente etwas unter der Tour gelitten.
Die Leute waren trotz der Unterbrechung echt cool drauf und forderten trotz
Matschgitarre und Knisterbass nicht nur eine Zugabe, sondern gleich zwei.
Dazu ließ es aber der scheinbar lustlose Mischer nicht kommen und trennte
im Laufschritt die Stromzufuhr der Bühne. Ihm war wohl die gute Stimmung
der Besucher zuwider oder er schämte sich seiner recht mittelmäßigen Leis-
tung hinter dem Mischpult. Wirklich schade für die Zuschauer, die so lange
da blieben, um uns noch zu sehen. Es tat uns wirklich leid, aber wir hatten
zum Glück noch genug Zeit uns mit vielen netten Leuten zu unterhalten.
Dabei stellte sich heraus, dass die HUDSON FALCONS nicht nur musika-
lisch cool drauf waren sondern auch sonst supernette Typen, die das 1. Mal
in Europa/Deutschland sind.
Nachdem wir uns von unser City-Rat Crew und den anderen Bands verab-
schiedet hatten fuhren wir nach Hause und entwarfen Pläne für eventuelle
Instrumentenausfälle in der Zukunft. In Minden mussten wir uns dann von
unserem Spitzenpilot Thomas verabschieden, der uns leider einen Tag vor
Tourende verlassen musste.
Herzlichen Dank Thomas, für alles was du für uns getan hast! Du bist ein
super: Fahrer, Roadie, Merchmän, Helfer, Zuhörer, Autofahrer, Typ! Wir
freuen uns dich an unserer Seite zu haben und hoffen dich schnellstmöglich
auf einigen musikalischen Veranstaltungen wiederzusehen!
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05/28/2005, BIELEFELD, ROCK AM BERG 2005
Day09: Letzter Tourgig
Erschöpft von den letzten 4 Tagen ohne Konzertpause traten wir unsere
vorerst letzte Reise der Tour an. Mit 2 Wagen fuhren wir zu "Rock am Berg"
in Bielefeld. Diesmal war unser Merchjoker Julia mit dabei und brach alle
Rekorde. Gerockt wurde zwar nicht direkt auf einem Berg, aber in einer
mühevoll präparierten Schulhalle.
Wir trafen sehr zeitig gegen 18 Uhr ein und fanden den Ort des Gesche-
hens schon von unzähligen potentiellen Konzertbesuchern belagert vor. Die
junge Hörerschaft stellten auf den 1. Blick zumeist Schüler der besagten
Schule dar. Aber auch extra angereiste Fans wurden in der Menge angetrof-
fen und sogar eine weibliche Verehrerin unserer Musik, die sich original ein
DIE-Shirt selbst gemacht hatte. Der Hammer war der Backprint, welcher
besagte: "Niko rockt!". Nachdem wir einige Fotos und ihre nette Bekannt-
schaft gemacht hatten, ging es um die Frage der Reihenfolge, in der gespielt
werden sollte. Durch verschiedene Quellen war nicht gleich zu erkennen
wann unser konkreter Spieltermin sein würde, was Robin etwas aus der Ruhe
brachte. Es stellte sich der vorletzte Startplatz im Lineup heraus- anders
als im Vorfeld kund gegeben. Robin hatte allerdings noch einen wichtigen
Termin zur Geisterstunde und versuchte einen Platztausch mit anderen
Bands zu verhandeln, die verständlicherweise ihre gute Spielzeit nicht gegen
eine vergleichsweise schlechtere eintauschen wollten. Wir entschuldigen
uns nochmals für das Wirr-warr und versprechen so was in Zukunft vorab
besser zu klären!
Nun gut, pünktlich wurde das Festival begonnen und die Bands hielten sich
einwandfrei an Start- und Umbauzeiten. Der Ablauf klappte absolut reibungs-
frei und Schlag auf Schlag bekam das zahlenmäßig ganz gut vertretene Pub-
likum eine Band nach der anderen zu sehen. Von Emo mit deutschen Texten
von HEAVY ON WIRE über Funpunk von ALICE D. bis hin zu Emocorepunk
von END OF THE LINE war es ein ansprechender und bunter Musikmix.
Kurz bevor wir gegen 00:30 Uhr die Bühne betraten durften wir noch Bart und
Jan von den Paderbörnern DIATRIBE begrüßen und Bart als Showfotograf
gewinnen. Dieser wurde noch von unserem Kumpel David mit der Videocam
unterstützt. Leider nahm die Zuschauerzahl schon einen Act vor uns merklich
ab, aber wir wollten uns ja schließlich für die Leute, die da waren ein Bein aus-
rocken und legten los. Das Drumset war solide am rutschigen Holzpodest mit
Gaffa vertaped worden und das Equipment der Saiteninstrumente sowie diese
selber machten auch angenehmer Weise mal keine Schwierigkeiten. So kon-
nten wir sauber und ohne Unterbrechungen durchziehen, was auf positive Re-
sonanz bei der Hörerschaft stieß.
Mit dem letzen Akkord unserer "Grasp for your heart" Tour verließ Robin has-
tig aber wieder gut gelaunt den Ort des Geschehens und der Rest der Band
ließ sich noch von den Klängen von MY ADORABLE verwöhnen.
Alles in allem ein doch ganz netter Abschluss und wir können zufrieden und
mit vielen schönen Erinnerungen auf eine ereignissreiche Tour zurückblicken.
Wir haben so viele nette Menschen kennen gelernt, alte Bekannte wiederge-
troffen und eine ziemlich coole Zeit gehabt. Ein dickes DANKESCHÖN geht
nochmal an alle raus, die uns während der Zeit geholfen und unterstützt haben.
An alle, die im Vorfeld ihren Teil zum Gelingen der Tour beigetragen haben
und uns super Gigs klargemacht haben. Und schließlich natürlich an alle, die
unsere Konzerte (nicht nur auf der Tour) besucht haben und besuchen werden!
Ohne euch würde es keinen Spaß machen ;-)
In loving memory: Grasp For Your Heart Tour 20.05.2005 - 28.05.2005 |
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